Die 10 Schritte zum Töpfchen

Die 10 Schritte zum Töpfchen

Jedes gesunde Kind lernt ohne Programm zu essen und zu trinken. Auch das Sauber werden erlernt ein Kind früher oder später. Da wir Erwachsene es oftmals kaum abwarten können, bis die Windel-Phase endlich vorbei ist, entwickeln viele Eltern einen großen Ehrgeiz. Zuviel Druck auszuüben ist aber nicht gut. Das Kind versteht das Anliegen der Großen zu einem zu frühen Zeitpunkt noch nicht. Daher kann sich dieser Druck auch oftmals negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Geben Sie Ihrem Kind Zeit, sich von der Windel zu verabschieden.

Schritte 1 bis 3 – Kind an das Töpfchen gewöhnen

Daher ist der 1. Schritt zur Windelentwöhnung die richtige Einschätzung des Kindes. Wenn das Kind zum Beispiel die WC-Gewohnheiten der Eltern imitiert, ist seine Neugier geweckt und ein guter Zeitpunkt gekommen, dem Kleinkind das Töpfchen anzubieten. Bitte keinen Zwang ausüben!

Hier setzt der 2. Schritt an: Die richtige Ausstattung – ein passendes Töpfchen oder ein spezieller Toilettenaufsatz – müssen vorhanden sein. Das Töpfchen soll stabil stehen, damit das Kind es gut allein nutzen kann. Auch einige Bilderbücher zum Thema Töpfchen sind hilfreich, um dem Kleinkind den Vorgang näher zu bringen.

Im 3. Schritt empfehlen wir, das Töpfchen in den Alltag zu integrieren. So kann es zum Beispiel zur Gewohnheit werden, das Kleine nach dem Frühstück auf das Töpfchen zu setzen – zunächst ruhig im angezogenen Zustand. So wird Routine geschaffen. Wenn es nicht sitzen bleiben will, bitte keinen Druck ausüben. Die Themen Töpfchen und Sauberwerden sollen nicht dramatisiert werden oder Angst erzeugen. Wenn das Kind gern auf dem Töpfchen sitzt ist das prima. Noch braucht es den Sinn des guten Stücks nicht zu verstehen. Es soll nur begreifen, dass es dieses Ding benutzen soll. Das Töpfchen sollte immer an einem schönen Ort stehen – im Sommer kann es auch mit in den Garten genommen werden.

Schritte 4 bis 6 – Kind von der Windel entwöhnen

Im 4. Schritt kann die Windel langsam verschwinden. Das Kind sitzt nun ohne Windel auf dem Töpfchen. Wie fühlt es sich an? Und nun erklären Papa, Mama oder ältere Geschwister, warum es dort sitzt. Versteht das Kind schon jetzt den Sinn und macht etwas in das Töpfchen – super! Falls nicht, bitte nicht drängen.

Wenn die Eltern den Sinn und Zweck des Töpfchens erklären wird der Nachwuchs im 5. Schritt den Prozess und seine Vorteile vielleicht erkennen. Wohin das Geschäft geht ist bei der Windel gut zu sehen. Was aber geschieht mit Pipi und Kaka wenn diese im Töpfchen landen? Gemeinsam mit dem Kind können Eltern den Windelinhalt betrachten und anschließend in die Toilette entsorgen. Will das Kind selbst abspülen? Bringen Sie ihm gleich von Beginn an bei, sich selbst wieder anzuziehen und die Hände zu waschen. Am besten zeigen Eltern ihrem Kind von Anfang an, dass sich alle nach dem Toilettengang die Hände waschen.

Im 6. Schritt geht es darum, die Unabhängigkeit des Kindes zu fördern. Es soll dazu kommen, von selbst das Töpfchen aufzusuchen. Wenn es Gelegenheit hat, ohne Hose und Windel zu spielen, spürt es eher, wann und wie sich Pipi und Kaka einstellen. Ist das Töpfchen in Reichweite, kann es dort schnell hinrennen. Ab und an sollten Eltern es daran erinnern.

Schritte 7 bis 10 – Töpfchen in den Alltag des Kindes integrieren

Wenn das Kind den Drang verspürt, aufs Töpfchen gehen zu wollen, aber es nicht rechtzeitig schafft, sollten Eltern im 7. Schritt Trainings-Windeln besorgen. Diese Windeln können wie Unterhosen benutzt werden.

Natürlich kommt es im 8. Schritt immer mal wieder zu Missgeschicken. Es geht öfters mal etwas in die Hose, bis das Kleine absolut trocken ist, tags wie nachts. Bitte nicht mit Wut reagieren. Sonst fühlt sich das Kind unter Erfolgsdruck. Solange sich die Blasenmuskulatur und der Schließmuskel noch nicht weit genug ausgebildet haben, dass sie stark genug sind, die Blase und den Enddarm fest verschließen zu können, hat das Kind die Lage nicht 100%ig im Griff.

Ist das Töpfchen oder auch die Toilette tagsüber fest integriert, kann darüber nachgedacht werden, das Kind auch nachts ohne Windel schlafen zu lassen. Das ist der 9. Schritt. Hier müssen Eltern die Bereitschaft signalisieren, auch nachts als Hilfe für den Gang auf die Toilette bereitzustehen. Zur allgemeinen Vereinfachung kann das Töpfchen anfangs neben dem Bett stehen.

Und endlich – der 10. Schritt, das Kind ist trocken. In welchem Zeitrahmen sich die zehn Schritte abspielen, ist von Kind zu Kind verschieden. Manche sagen, dass Mädchen schneller sind und mit 2 ½ Jahren trocken sind. Jungs brauchen etwas länger. Rund um den dritten Geburtstag sind die meisten Kinder Töpfchen- oder Toilettengänger.